Der NSU Wankel Spider Club ist über 20 Jahre alt

Der NSU Wankel Spider Club wurde in Oberursel von einer kleinen Gruppe begeisterter NSU-Fahrer gegründet, die dazu beitragen wollten, die Idee Felix Wankels über die Produktionseinstellung der deutschen Wankelfahrzeuge hinaus im Straßenbild zu erhalten.

Aus diesem zunächst losen Zusammenhalt entstand dann offiziell in Oberliebersbach der Verein. Alle Freunde der ersten Stunde blieben der Idee verbunden. Auch wenn einige aus persönlichen Gründen dem Verein nicht mehr angehören, so ist der Kontakt zwischen den
ersten Spiderfreunden, den sie auch heute noch intensiv pflegen, Vorbild und immer ein wesentliches Ziel aller Clubmitglieder geblieben.

Die Gründung dieses Vereins fiel mit dem Hochschulabschluß junger Ingenieure zusammen, die an der Universität Karlsruhe u.a. auch von dem Hochschullehrer Prof. Dr. Georg Jungbluth ausgebildet wurden. Sie waren die tragenden Initiatoren, die die Idee des Wankelmotors als Kfz-Antrieb am Leben erhalten wollten, auch wenn in diesem Zeitraum schon abzusehen war, daß die deutsche Industrie begann, die Kreiskolbenmotor-Entwicklung einzustellen, da der erhoffte unternehmerische Erfolg ausblieb. Vielleicht hing dieseEntscheidung auch mit dem Ausscheiden des Mannes bei NSU zusammen, der der Initiator und die treibende Kraft der Forschungs- und Vorentwicklungsarbeiten in Neckarsulm war, und ohne den es den "Wankel"-Motor, wie wir ihn alle kennen, nicht geben würde: Dr. Walter Froede. Es ist sicher kein Zufall, daß wir ein ähnliches Phänomen nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Wolf-Dieter Bensinger bei Mercedes Benz und Kenichi
Yamamoto auch bei Mazda beobachten.

Mitglieder des Clubs begannen nun Informationen zu sammeln, um das Wissen, das in der Erprobung von Werkstoffen, Fertigungsverfahren und in den Konstruktionen lag, nicht zu verlieren. Manche begannen auch mit dem Aufbau von Motoren- und Fahrzeugsammlungen, die bereits heute als einmalige zeitgeschichtliche Dokumente angesehen werden können. Ich nenne hier stellvertretend die privaten Sammlungen von Walter Frey und Horst Schultz. Andere Freunde versuchten sich in Zusammenarbeit mit ehemaligen Konstrukteuren. Die
daraus resultierenden Verbesserungen an Motoren, Karosserien und Nachfertigungen tragen heute wesentlich dazu bei, daß auch jetzt noch Fahrzeuge wieder aufgebaut werden können, die sonst als verloren gelten müßten.

Wer sich in heutiger Zeit für Automobiltechnik begeistert und aktiv "schraubt", wird nicht nur von den am Schreibtisch sitzenden Computerfreaks belächelt, er sieht sich auch einem zunehmendem Unverständnis gegenüber. Immer schwieriger wird es bei dem heutigen
Zeitgeist, der mit früher nicht vorstellbarer Umwelthysterie einhergeht, unser Hobby in der Öffentlichkeit zu vertreten. Ich bin aber überzeugt davon, daß das aktive Einstehen des Clubs und seiner Freunde für die Technikgeschichte eine sehr sinnvolle Tätigkeit ist, die neben vielen anderen Dingen der Gesellschaft zeigt, auf welchen Säulen ihr Wohlstand ruht und daß zum Verstehen technischer und naturwissenschaftlicher Belange das "Begreifen" gehört.

In diesem Sinne wünsche ich dem Club, daß sie dazu beitragen mögen, das Interesse der Jugend an Automobiltechnik und das dazu nötige Wissen zu fördern und zu vertiefen.

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Zum 20-jährigen Bestehen des NSU Wankel Spider Clubs, 1997, Aus dem Vorwort zum Buch NSU Fahrzeuge, Prototypen, Eigenbauten v. G. Geiling, Christian Rieck Verlag 1997